NOTGELD

ST. MARTIN

DONAUTAL

Aus der Pfarrchronik:
Notgeld

1920: Infolge Mangel an Hartgeld, Nickel- und Kupfermünzen oder Eisenmünzen hat jede Gemeinde dem Beispiel des Landes folgend ein Notgeld herausgegeben, das schließlich in einen Sport ausartete und womit der größte Schwindel getrieben wurde. Das Notgeld wurde eine Qual für die Zechpröpste bei der Tafelsammlung in der Kirche, aus allen möglichen Gegenden und Gemeinden kam das Notgeld zusammen und es kostete große Mühe, dieselben zu ordnen, z. B. 120 Gemeinden. Im bischöfliche Ordinariate wurde eine Zentrale errichtet, wohin man das Notgeld einschicken konnte zum Umtausch in Geld oder hiesiges Notgeld.

Quelle: Heimatbuch St. Martin im Mühlkreis 2006

Was war das Notgeld?
Notgeld war der Ersatz für die fehlenden kleinen Münzeinheiten, da im ersten Weltkrieg kriegsbedingt alles Metall eingeschmolzen wurde. Die Ausgabezeit in Österreich des Notgeldes liegt in den Jahren 1918 bis1921. Zuerst begannen die größeren Städte mit der Ausgabe, dann folgten die Gemeinden. Die Städte und Gemeinden hafteten für den ausgegebenen Betrag. Die Verpflichtung bestand darin, die Scheine nach einer festgesetzten Laufzeit bis zur Höhe des Ausgabebetrages wieder einzulösen. In den meisten Fällen konnten nur 100 und mehr Scheine gebündelt gegen größere staatliche Banknoten eingetauscht werden. Dem Zweck entsprechend sollten die Geldscheine ohne größeren Aufwand gedruckt werden, das Gegenteil war jedoch der Fall .Um die Sammlerleidenschaft noch mehr zu wecken, wurden die Auflagen und Serien in verschiedenen Farben und Motiven gedruckt, wie das Beispiel des Donautal-Notgeldes zeigt .

In St. Martin wurden Kassenscheine von der Ortsgemeinde zu 10, 20 und 50 Heller ausgegeben, im Gesamtwert von 50.000 Kronen.