DIE MÜHLKREISBAHN

Seit 1869 gab es Vorschläge für den Bau einer Süd-Nord-Eisenbahn (Donau-Moldau). Erst 1875 legte die Handelskammer einen Bericht über die Errichtung einer Bahnlinie von Linz nach Aigen vor, und 1880 war man sich nach vielen Meinungsverschiedenheiten über die Trassenführung einig und begann mit den Grundverhandlungen. Am 25. Mai 1887 wurde mit dem Bau begonnen, die Eröffnungsfahrt fand schon am 17. Oktober 1888 statt. Damals betrug die Fahrzeit von Urfahr bis Aigen 31⁄2 Stunden, heute dagegen nur noch 11⁄2 Stunden. Die Bahn führt nur eine kurze Strecke über das Gemeindegebiet, doch werden von den Gemeindebewohnern die Bahnhöfe Neuhaus- Niederwaldkirchen und Gerling und die Haltestellen Herzogsdorf und Kleinzell benützt. Von großer wirtschaftlicher Bedeutung war die Mühlkreisbahn für die Plöckinger (Neuhauser) Granitindustrie: Vom Bahnhof Neuhaus-Niederwaldkirchen aus konnten nun Massengüter – Pflastersteine, Randsteine, Brückenquader – und hochwertige Stückgüter – Denkmäler, Werksteine für den Hochbau – auch an Orte versandt werden, die durch die Donauschifffahrt nicht erreichbar waren. Der Export ins Ausland, z. B. Schweiz, Deutschland, Tschechien war überhaupt erst über das Eisenbahnnetz möglich. Um 1980 verliert die Bahn für den Güterverkehr an Bedeutung: Der Frachtverkehr auf der Mühlkreisbahn ist seit 2004 praktisch endgültig eingestellt. Der Personenverkehr wird mit modernen Diesel-Triebwagen abgewickelt.                                                                       Quelle: Heimatbuch St.Martin i.M.